Zuletzt aktualisiert: 21. Juli 2026

Hundesalon eröffnen: der komplette Leitfaden

Du willst einen Hundesalon eröffnen und fragst Dich, was rechtlich, fachlich und finanziell auf Dich zukommt? Dieser Leitfaden führt Dich durch alle großen Fragen: brauchst Du eine Erlaubnis oder eine Ausbildung, was kostet der Start, welche Ausstattung und welche Preise sind üblich, und wie gewinnst Du Kunden. Zu jedem Thema gibt es einen ausführlichen Ratgeber, hier bekommst Du den ehrlichen Überblick und die Entscheidungen, die zuerst anstehen.

Die erste Entscheidung: mobil oder Ladenlokal

Bevor irgendetwas anderes zählt, entscheide über das Modell. Startest Du mobil oder von zu Hause, oder mietest Du ein Ladenlokal? Das ist der Unterschied zwischen grob 5.000 und 80.000 Euro Startkapital, weil Miete, Kaution und Umbau (Wasseranschluss, Boden, Belüftung) beim mobilen Start komplett wegfallen. Viele fangen mobil an und mieten erst mit Stammkundschaft einen Laden. Diese eine Entscheidung prägt alle Zahlen weiter unten.

Das mobile Modell: Van, Kosten und Recht

Brauche ich eine Erlaubnis nach § 11 TierSchG?

Die häufigste Sorge, und die Antwort entlastet: Ein reiner Pflegesalon braucht in aller Regel keine Erlaubnis nach § 11 Tierschutzgesetz. Anders als eine Hundepension hältst und verwahrst Du keine Tiere, der Halter bringt den Hund und holt ihn nach der Pflege direkt wieder ab. Erlaubnispflichtig wird es erst, wenn Tagesbetreuung, Pension, Tierhandel oder Training dazukommen. Zuständig ist das örtliche Veterinäramt, dessen Auslegung variiert, deshalb lohnt eine kurze Rückfrage vor dem Start.

Anmeldung, Erlaubnis und Versicherung im Detail

Brauche ich eine Ausbildung?

Gesetzlich nein. Hundefriseur ist in Deutschland kein geschützter, anerkannter Ausbildungsberuf, es gibt keine Pflichtausbildung und keinen Meistertitel. Rein rechtlich darfst Du nach der Gewerbeanmeldung starten. Weil Du aber mit scharfem Werkzeug an einem lebenden Tier arbeitest, ist ein freiwilliger Lehrgang dringend zu empfehlen, für Dein Können, Dein Tempo und das Vertrauen der Kundschaft.

Ausbildung und Qualifikation: was sich lohnt

Was kostet der Start?

Grobe Orientierung fürs Startkapital: mobil rund 5.000 bis 15.000 Euro, ein kleiner stationärer Salon 15.000 bis 40.000 Euro, Premium-Lage bis rund 80.000 Euro. Die reinen Geräte einer Minimalausstattung liegen bei grob 1.700 bis 4.000 Euro. Laufend kommen ohne Personal meist 500 bis 1.500 Euro im Monat zusammen, mit Ladenlokal in guter Lage bis rund 2.500 Euro.

Alle Kosten ehrlich aufgeschlüsselt

Welche Ausstattung brauche ich?

Das Geld steckt in den Geräten, nicht in der Fläche: höhenverstellbarer Tisch, Schermaschinen und Scheren, eine Hundebadewanne mit Dusche und ein leistungsstarker Blaster oder Trockner. Die teuersten und wichtigsten Anschaffungen sind die Bade- und Trocknungsstation und ein ergonomischer, elektrisch höhenverstellbarer Tisch, an dem Du den ganzen Tag stehst.

Die komplette Geräteliste mit Preisen

Welche Preise sind üblich?

Ein kompletter Termin liegt meist zwischen 40 und 100 Euro, je nach Größe und vor allem Felltyp. Ein lockig-dichter Pudel braucht mehr Zeit und Technik als ein kurzhaariger Hund. Es gibt keine amtliche Preisliste, aber belegbare Marktspannen und eine ehrliche Methode, Deinen Preis von den eigenen Kosten her zu kalkulieren.

Preise kalkulieren statt raten

Wie gewinne ich Kunden?

Ein Hundesalon lebt lokal. Die stärksten Hebel sind ein gepflegtes Google-Unternehmensprofil, aktiv gesammelte Bewertungen und Kooperationen mit Tierärzten, Hundeschulen und Züchtern. Weil Hunde alle 6 bis 8 Wochen zur Pflege müssen, entscheiden verlässliche Termine und Wiederkehr über den Erfolg, nicht die einzelne Erstbuchung.

Kunden gewinnen und Termine organisieren

Häufige Fragen

Braucht man für einen Hundesalon eine Erlaubnis?

Für einen reinen Pflegesalon in aller Regel nicht. Anders als eine Hundepension fällt reines Grooming nicht unter die Erlaubnispflicht des § 11 TierSchG, weil Du keine Tiere hältst oder verwahrst. Sobald Betreuung, Pension, Handel oder Training dazukommen, ändert sich das. Zuständig ist das örtliche Veterinäramt.

Kann ich ohne Ausbildung einen Hundesalon eröffnen?

Rechtlich ja, Hundefriseur ist kein geschützter Ausbildungsberuf. Nach der Gewerbeanmeldung darfst Du starten. Ein freiwilliger Kurs ist aber dringend zu empfehlen, weil Du mit scharfem Werkzeug an lebenden Tieren arbeitest.

Wie viel Geld brauche ich zum Start?

Je nach Modell grob 5.000 bis 15.000 Euro mobil, 15.000 bis 40.000 Euro für einen kleinen Salon, bis rund 80.000 Euro in Premium-Lage. Die Standortentscheidung mobil oder Ladenlokal ist der größte Hebel.

Was muss ich anmelden?

Eine Gewerbeanmeldung nach § 14 GewO beim örtlichen Gewerbeamt, grob 15 bis 60 Euro. Die Zuordnung erfolgt zur IHK, nicht zur Handwerkskammer. Dazu kommt die steuerliche Erfassung beim Finanzamt und dringend eine Betriebshaftpflicht.

Dieser Ratgeber ist allgemeine Information und keine Rechtsberatung. Die Regeln unterscheiden sich je nach Bundesland und ändern sich mit der Zeit. Kläre Verbindliches immer mit Deinem zuständigen Veterinäramt oder einer Rechtsberatung. Wo wir Gesetze nennen, verlinken wir die Originalquelle.