Zuletzt aktualisiert: 21. Juli 2026
Hundepension eröffnen: die Kosten ehrlich aufgeschlüsselt
Was kostet es, eine Hundepension zu eröffnen? Die ehrliche Antwort lautet: Das hängt fast komplett von zwei Dingen ab, den Räumen und dem Personal. Deshalb kursieren im Netz Zahlen von 15.000 bis über 150.000 Euro. Statt Dir eine Wunschzahl zu nennen, schlüsseln wir die Kosten in einmalige und laufende auf und zeigen, was sie treibt, damit Du Deinen Fall selbst rechnen kannst.
Einmalige Kosten
Zum Start fallen unter anderem an: die Gebühr für die § 11-Erlaubnis, gegebenenfalls ein Sachkunde-Lehrgang, der Um- oder Ausbau von Zwingern und Ausläufen sowie die Grundausstattung.
- § 11-Erlaubnis (Amtsgebühr): variiert je nach Landkreis stark. Die Stadt München nennt einen Gebührenrahmen von 150 bis 2.000 Euro, der Märkische Kreis 50 bis 10.000 Euro je nach Aufwand. Für eine normale Pension liegt die reine Bescheidgebühr meist im unteren bis mittleren Bereich. Den genauen Betrag nennt Dir nur Dein Veterinäramt.
- Sachkunde-Lehrgang (falls nötig): ein mehrtägiges Seminar inklusive Prüfung kostet grob 150 bis 600 Euro. Vorher klären, ob Dein Amt den Lehrgang anerkennt.
- Umbau, Zwinger, Ausläufe: der mit Abstand größte und variabelste Posten. Orientierung: grob 5.000 bis 25.000 Euro, bei Neubau deutlich mehr, bei vorhandenem Bestand deutlich weniger.
- Grundausstattung (Näpfe, Betten, Pflege): grob 2.000 bis 4.000 Euro.
Quelle: Erlaubnis nach § 11 TierSchG, Gebührenrahmen (Stadt München)
Laufende Kosten
Monatlich fallen vor allem an: Miete oder Kreditrate, Nebenkosten, Futter und Pflege, Reinigung und Wartung, Versicherung sowie Marketing. Ohne eigenes Personal liegen die laufenden Kosten häufig grob zwischen 1.800 und 4.500 Euro im Monat, wobei die Miete die größte Einzelposition ist.
- Miete: grob 800 bis 2.500 Euro (oder Kreditrate bei Eigenimmobilie).
- Nebenkosten (Strom, Wasser, Heizung): grob 300 bis 600 Euro.
- Futter und Pflege: grob 200 bis 400 Euro.
- Reinigung und Wartung: grob 150 bis 300 Euro.
- Betriebshaftpflicht mit Obhutsschäden: grob 800 bis 1.500 Euro im Jahr, also etwa 65 bis 125 Euro im Monat.
- Verwaltungssoftware: von kostenlosen Tools bis zu Branchenlösungen für rund 50 bis 100 Euro im Monat.
Sobald Du eine Vollzeitkraft beschäftigst, kommen grob 2.800 bis 3.500 Euro brutto im Monat dazu. Das ist nach der Immobilie der zweitgrößte Kostenhebel.
Die zwei Posten, die alles entscheiden
Wenn Du nur zwei Dinge aus diesem Ratgeber mitnimmst, dann diese: Die Kosten einer Hundepension werden fast vollständig durch die Immobilie und das Personal bestimmt.
- Immobilie: Miete oder Kauf gegen ein bereits vorhandenes eigenes Grundstück. Wer auf eigenem Grund startet, senkt einmalige und laufende Kosten drastisch, das ist der Unterschied zwischen 15.000 und 150.000 Euro Startkapital.
- Personal: Solo- oder Familienbetrieb gegen angestellte Kräfte. Jede Vollzeitkraft kostet 2.800 bis 3.500 Euro im Monat und entscheidet oft über die Rentabilität.
Ab wann es sich rechnet
Der Preis pro Nacht liegt in Deutschland real grob zwischen 20 und 60 Euro, häufig genannt sind 35 bis 45 Euro; Premium-Angebote gehen darüber. Tagesbetreuung ohne Übernachtung liegt eher bei 15 bis 35 Euro.
Deine Fixkosten (Miete, Nebenkosten, Versicherung, ohne Personal) liegen häufig bei rund 1.500 bis 3.500 Euro im Monat. Bei 35 Euro pro Nacht deckst Du das rechnerisch mit etwa 45 bis 100 belegten Hundenächten im Monat, alles darüber trägt Lohn und Gewinn. Wichtig: Diese Rechnung ist stark saisonabhängig. Ferien und Feiertage sind Deine Spitzen, die Nebensaison steht oft leer. Wie Du die Auslastung realistisch planst, steht im Businessplan-Ratgeber.
→ Businessplan: Auslastung und Break-even realistisch rechnen
Häufige Fragen
Wie viel Startkapital brauche ich, um eine Hundepension zu eröffnen?
Je nach Quelle grob 15.000 bis 50.000 Euro für einen kleinen Betrieb in Bestandsräumen zur Miete, bis 150.000 Euro und mehr bei Neubau oder Immobilienkauf. Wer auf eigenem, schon vorhandenem Grundstück startet, liegt am unteren Ende.
Was kostet die Erlaubnis nach § 11 Tierschutzgesetz?
Die reine Amtsgebühr variiert je nach Landkreis stark, Rahmen von etwa 150 bis 2.000 Euro (München) bis 50 bis 10.000 Euro (Märkischer Kreis), im Einzelfall nach Aufwand. Den genauen Betrag erfährst Du nur bei Deinem Veterinäramt.
Was kostet eine Hundepension im Monat an laufenden Kosten?
Ohne eigenes Personal typischerweise grob 1.800 bis 4.500 Euro im Monat, je nach Miete und Betrieb. Mit einer Vollzeitkraft kommen 2.800 bis 3.500 Euro dazu.
Was kostet eine Übernachtung in einer Hundepension?
In Deutschland real grob 20 bis 60 Euro pro Nacht, häufig 35 bis 45 Euro; Premium-Angebote gehen darüber. Tagesbetreuung liegt eher bei 15 bis 35 Euro.
Dieser Ratgeber ist allgemeine Information und keine Rechtsberatung. Die Regeln unterscheiden sich je nach Bundesland und ändern sich mit der Zeit. Kläre Verbindliches immer mit Deinem zuständigen Veterinäramt oder einer Rechtsberatung. Wo wir Gesetze nennen, verlinken wir die Originalquelle.